Wien, Berlin, Mailand: Hauptsache Europa

Die Texterin & Autorin Laura Nunziante engagiert sich für diesmalwaehleich.eu und schildert  in diesem Beitrag, warum:

Europa ist nicht nur ein Kontinent der Träumer, sondern auch der Realisten. Das muss sich stärker in der nächsten Europawahl widerspiegeln. Wenn wir jungen Wähler jetzt nicht aufpassen, wird es das Europa, das wir lieben, bald so nicht mehr geben.

„Gehst du wählen?“ Bei der diesjährigen Europawahl darf man noch einmal genauer nachfragen. Jenes Parlament mit neuerdings 705 Abgeordneten, zusammengesetzt aus den 27 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union, die über EU-Recht und Gesetz supranational mitentscheiden dürfen, sollen wir nun mit unserer Stimme beeinflussen. Aber wie, wenn sie uns im politischen Geschehen ungeläufig sind?

Auf meiner Reise durch Europa habe ich mit vielen jungen Europäer zwischen 20 und 35 gesprochen und einen Sinn für gemeinsame Werte ausmachen können, die denen der Generation vor uns in vielerlei Hinsicht ähneln. Liebe, Sicherheit, finanzielle Stabilität. Darüber schien sich der gemeine Europäer einig zu sein, es gehört eben zum neoliberalen Ton ein gutes Leben zu führen. Ein Eigenheim kommt für viele wegen der stark nach oben fluktuierenden Preise nicht mehr infrage, aber grundsätzlich ist auch dieser Wunsch nicht ausgestorben. Da muss man schon tiefer nachhaken, um die Abspaltung von der älteren Generation als Rebellion zu begreifen. Denn diese Liebe, die wir doch noch suchen, zeigt sich heute in den verschiedenen, liberalen Modellen. Diese Einstellung zeigt politische Konsequenzen. In 18 der 27 Mitgliedsstaaten ist entweder eine eingetragene, gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaft oder Ehe legal. Auch das Konzept einer „Heimat“ wird aufgelöst – und ist gestützt durch die Arbeitnehmerfreizügigkeit; vielen ist es egal, ob sie in Wien, Berlin oder Mailand leben. Hauptsache Europa!

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